Ein Bewertungsraster für die mündliche Prüfung bewertet das Sprechen nach wenigen Kriterien mit fest beschriebenen Stufen. Hier: eine kostenlose GER-Vorlage mit Punktevergabe, Abgleich und Feedback.

Kurz gesagt

  • Nutzen Sie für das Sprechen im Unterricht ein analytisches Bewertungsraster mit fünf Kriterien (Aufgabenerfüllung, Flüssigkeit und Kohärenz, Spektrum, Korrektheit, Aussprache), bei Partnerarbeit zusätzlich Interaktion.
  • Die kostenlose Vorlage unten bewertet jedes Kriterium mit 0–4 Punkten; die Stufen orientieren sich lose an den GER-Niveaus A2–C1.
  • Melden Sie neben der Gesamtpunktzahl auch das Kriterienprofil zurück und rechnen Sie Punkte mit einem Notenschlüssel um, den Ihre Schule vorab festlegt.
  • Gleichen Sie vor jeder Bewertungsrunde Ihre Maßstäbe im Kollegium an drei bis fünf gemeinsamen Aufnahmen ab.
  • Sprechübungen mit KI können Lernenden zwischen den Stunden sofortiges Feedback geben; die Lehrkraft prüft die Ergebnisse und entscheidet über die Noten.

Was ist ein Bewertungsraster für die mündliche Prüfung?

Ein Bewertungsraster für die mündliche Prüfung in Englisch oder einer anderen Fremdsprache ist eine Bewertungshilfe, die wenige Kriterien benennt und für jedes Kriterium beschreibt, wie gesprochene Sprache auf jeder Stufe klingt. So bewerten verschiedene Lehrkräfte dieselbe Leistung gleich. Aus einem Eindruck („Sie spricht gut⁠“) wird ein Befund, den Sie Lernenden oder Kolleginnen und Kollegen erklären können.

Die meisten Raster für das Sprechen erfassen dieselben wenigen Merkmale. Das Raster des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) für mündliche Leistungen, Tabelle 3 des Referenzrahmens von 2001, deckt Spektrum, Korrektheit, Flüssigkeit, Interaktion und Kohärenz ab; der GER-Begleitband (Europarat, 2020) ergänzt die Phonologie. IELTS Speaking bewertet Flüssigkeit und Kohärenz, Wortschatz, grammatisches Spektrum und Korrektheit sowie Aussprache, jeweils gleich gewichtet.

Die Vorlage unten nutzt fünf Kriterien:

  • Aufgabenerfüllung und Inhalt: Hat die Person getan, was die Aufgabe verlangt?
  • Flüssigkeit und Kohärenz: Kann man einem zusammenhängenden Redebeitrag folgen?
  • Spektrum: Wie viel Wortschatz und Grammatik steht zur Verfügung?
  • Korrektheit: Wie sicher wird diese Sprache beherrscht?
  • Aussprache und Verständlichkeit: Wie viel Mühe muss die zuhörende Person aufwenden?

Die Aufgabenerfüllung steht im Raster, weil eine flüssige Antwort auf die falsche Frage nicht hoch bewertet werden sollte. Interaktion ist eine optionale sechste Zeile für Partnerarbeit und Rollenspiele. Laut Begleitband beschränken sich Bewertungsraster meist auf vier oder fünf Kriterien (S. 43 der englischen Ausgabe); streichen Sie also jede Zeile, die eine Aufgabe nicht braucht.

Analytisch oder holistisch: Welches Bewertungsraster passt?

Ein analytisches Raster vergibt für jedes Kriterium eine eigene Punktzahl, ein holistisches (ganzheitliches) Raster dagegen eine einzige Bewertung für die ganze Leistung. Nehmen Sie das analytische Raster, wenn Sie Feedback geben, Fortschritt verfolgen oder gemeinsam mit anderen Lehrkräften bewerten; das holistische eignet sich für schnelle Einschätzungen mit wenig Gewicht, etwa um eine neue Klasse in Gruppen einzuteilen.

Holistisches RasterAnalytisches Raster
Was Sie festhaltenEine Stufe für die ganze LeistungEine Stufe pro Kriterium plus Gesamtpunktzahl
TempoSchnellAnfangs langsamer
Geeignet fürSchnelle Gruppeneinteilung, MitarbeitsnotenFeedback, Fortschritt, Zeugnisnoten, gemeinsames Bewerten
NachteilVerbirgt, warum jemand diese Bewertung erhältKriterien verschwimmen, wenn sich Deskriptoren überschneiden

Die Forschung spricht für analytische Raster, wenn es auf einheitliche Bewertung ankommt. Eine Übersichtsarbeit von Jonsson und Svingby (2007) zu 75 Studien fand, dass Raster die Bewertung zuverlässiger machen können, vor allem wenn sie analytisch und themenspezifisch sind und mit Beispielleistungen oder einer Schulung der Bewertenden einhergehen. Sie warnt aber auch, dass ein Raster ein Urteil nicht von sich aus valide macht und dass sein Nutzen für das Lernen vor allem darin liegt, Erwartungen offenzulegen. IELTS verbindet beide Ansätze: Vier Kriterien werden einzeln bewertet und zu einem Gesamtband gemittelt.

Das kostenlose Bewertungsraster für das Sprechen (4 Stufen × 5 Kriterien)

Dieses kostenlose Bewertungsraster für das Sprechen bewertet fünf Kriterien mit 0 bis 4 Punkten; hinzu kommt eine optionale Zeile Interaktion für Partner- und Gruppenaufgaben. In Klammern steht ein ungefähres GER-Niveau. Die Formulierungen stammen von uns und sind so geschrieben, dass sich jeder Punkt in einer Aufnahme aus dem Unterricht heraushören lässt; sie geben keine Deskriptoren des GER oder von IELTS wieder. Vergeben Sie 0 Punkte, wenn keine bewertbare Antwort vorliegt: keine Antwort, Thema verfehlt oder überwiegend in einer anderen Sprache.

Kriterium1 · Ansatzweise (≈A2)2 · In Entwicklung (≈B1)3 · Sicher (≈B2)4 · Fortgeschritten (≈C1)
Aufgabenerfüllung und InhaltGibt einfache Informationen zu vertrauten Themen. Braucht Impulse; Teile der Aufgabe fehlen.Deckt die Hauptpunkte mit einfachen Begründungen oder Beispielen ab. Die Ideen passen, sind aber wenig ausgebaut.Deckt alle Teile der Aufgabe mit passenden Details ab. Stützt eine Meinung mit Gründen und Beispielen.Bewältigt die ganze Aufgabe, auch weniger vertraute Teile. Entwickelt und differenziert Ideen für die Zuhörenden.
Flüssigkeit und KohärenzKurze Äußerungen mit häufigem Stocken und Neuansetzen. Verbindet Ideen vor allem mit „and⁠“, „but⁠“ oder „so⁠“.Gut zu folgen, auch wenn Pausen zum Planen oder Selbstkorrigieren in längeren Antworten deutlich sind. Einfache Abfolge („first⁠“, „then⁠“).Hält in längeren Beiträgen einen gleichmäßigen Rhythmus und gerät selten ins Stocken. Verknüpft Ideen auf verschiedene Weise; ein langer Beitrag kann etwas abschweifen.Spricht mühelos auch länger; Pausen dienen den Gedanken, nicht der Wortsuche. Macht die Struktur deutlich („on the other hand⁠“).
Spektrum (Wortschatz und Grammatik)Auswendig gelernte Wendungen und kurze, einfache Sätze für alltägliche Bedürfnisse. Oft fehlt ein Wort.Genug Wörter für vertraute Themen wie Schule, Arbeit und Freizeit; umschreibt Lücken. Gängige Satzmuster.Kann über gängige Themen und das eigene Fachgebiet beschreiben, erklären und argumentieren. Mischt einfache und komplexe Sätze.Wählt bei akademischen oder beruflichen Themen präzise Wörter und ein passendes Register, ohne die Aussage zu vereinfachen.
KorrektheitEinige einfache Formen stimmen, doch dieselben Grundfehler kehren immer wieder. Die Bedeutung ergibt sich meist aus dem Kontext.Gängige Strukturen in vorhersehbaren Situationen meist korrekt. Fehler bei neueren Formen behindern das Verständnis selten.Gute Beherrschung. Fehler kommen vor, führen die Zuhörenden aber nicht in die Irre. Korrigiert eigene Versprecher oft selbst.Fehler sind gelegentlich und klein und werden meist sofort bemerkt.
Aussprache und VerständlichkeitMit Mühe verständlich. Starker Einfluss anderer Sprachen; Zuhörende müssen eventuell nachfragen.Im Allgemeinen gut zu verstehen. Einige Wörter falsch ausgesprochen, aber Zuhörende müssen selten nachfragen.Durchgehend klar. Ein Akzent kann hörbar sein, kostet die Zuhörenden aber selten Mühe.Durchgehend leicht zu verstehen. Setzt Intonation und Betonung ein, um Nachdruck und Haltung zu zeigen.
Interaktion (optional)Beantwortet einfache Fragen und stellt einige. Verlässt sich darauf, dass das Gegenüber das Gespräch in Gang hält.Beginnt ein einfaches Gespräch über ein vertrautes Thema, hält es mit Fragen am Laufen und beendet es. Sichert das Verständnis („So you mean…?⁠“).Ergreift an natürlichen Stellen das Wort, knüpft an das Gesagte an und fragt nach der Meinung anderer.Lenkt das Gespräch mühelos, verbindet eigene Punkte mit denen anderer und klärt Missverständnisse reibungslos.
  • Akzent ist kein Fehler. Bewerten Sie die Verständlichkeit (wie viel Mühe die zuhörende Person braucht), nicht die Nähe zu einem „muttersprachlichen⁠“ Akzent. Der Begleitband hat seine Skala zur Phonologie um die Verständlichkeit herum neu aufgebaut (S. 133), und laut Europarat verabschiedet sich die neue Skala vom Native-Speaker-Ideal.
  • Die ≈GER-Angaben sind Richtwerte. Sie beschreiben diese Leistung bei dieser Aufgabe, kein bescheinigtes Niveau. Für Anfängerinnen und Anfänger verschieben Sie jede Stufe um ein Niveau nach unten und vereinfachen die Formulierungen; für fortgeschrittene Gruppen verschieben Sie sie nach oben.
  • Für eine Klasse mit einheitlichem Zielniveau benennen Sie die Stufen um in Noch nicht, Annähernd, Ziel erreicht und Ziel übertroffen, wobei „Ziel erreicht⁠“ dem Klassenziel entspricht.

Wie werden aus Rasterpunkten Noten?

Um aus den Punkten eines Bewertungsrasters für das Sprechen eine Note zu machen, bewerten Sie jedes Kriterium mit 0–4 Punkten, wenden etwaige Gewichtungen an, rechnen die Summe in Prozent um und ordnen sie einem Notenschlüssel zu, den Ihre Schule oder Fachschaft vorab vereinbart hat. Halten Sie das Kriterienprofil neben der Note fest, denn das Profil zeigt den Lernenden, woran sie arbeiten sollten.

  1. Eine ausreichend lange Sprechprobe aufnehmen. Als Faustregel: mindestens ein bis zwei Minuten eigene Rede der lernenden Person und zwei verschiedene Aufgaben, bevor Sie eine Zeugnisnote vergeben.
  2. Die passendste Stufe wählen. Lesen Sie die ganze Zeile; erfüllt eine Leistung Stufe 3 vollständig und zeigt einige Merkmale von Stufe 4, vergeben Sie 3 (oder 3,5, wenn Sie halbe Punkte zulassen).
  3. Jedes Kriterium für sich bewerten. Eine schwache Aussprache sollte die Aufgabenerfüllung nicht nach unten ziehen; genau diesen Halo-Effekt soll ein analytisches Raster vermeiden.
  4. Addieren und gewichten. Ungewichtet sind maximal 20 Punkte möglich (24 mit Interaktion). Geben Sie etwaige Gewichtungen zusammen mit der Aufgabe bekannt.
  5. Mit dem vereinbarten Notenschlüssel umrechnen. Machen Sie aus einem Durchschnitt kein GER-Niveau; eine einzelne Aufgabe im Unterricht kann kein Niveau bescheinigen.

Eine Beispielrechnung für eine kurze Präsentation, bei der der Inhalt am meisten zählt:

KriteriumPunkte (0–4)GewichtungGewichtete Punkte
Aufgabenerfüllung und Inhalt330 %22,5
Flüssigkeit und Kohärenz220 %10
Spektrum320 %15
Korrektheit220 %10
Aussprache und Verständlichkeit410 %10
Gesamt14 / 20100 %67,5 / 100

Die gewichteten Punkte ergeben sich aus der Punktzahl geteilt durch 4, multipliziert mit der Gewichtung. Ungewichtet erreicht dieselbe Leistung 14 von 20 Punkten (70 %). Zurückgemeldet werden 67,5 % und das Profil 3-2-3-2-4, das Flüssigkeit und Korrektheit als nächste Schritte ausweist.

Wie gleichen Lehrkräfte ihre Bewertungen beim Sprechen ab?

Kalibrierung (Bewertungsabgleich) ist eine kurze Sitzung, in der Lehrkräfte dieselben Aufnahmen unabhängig voneinander bewerten, die Punkte Kriterium für Kriterium vergleichen und sich darauf einigen, wie jede Stufe aussieht – damit eine 3 in jeder Klasse dasselbe bedeutet. Führen Sie sie vor jeder Bewertungsrunde durch und immer dann, wenn eine neue Lehrkraft dazukommt.

  1. Wählen Sie drei bis fünf Aufnahmen aus, die die Bandbreite Ihrer Lernenden abdecken, darunter mindestens einen Grenzfall.
  2. Jede Lehrkraft bewertet jede Aufnahme allein und nur mit dem Raster.
  3. Vergleichen Sie die Punkte Kriterium für Kriterium. Besprechen Sie jede Abweichung von mehr als einer Stufe, indem Sie auf konkrete Stellen in der Aufnahme verweisen.
  4. Einigen Sie sich für jede Aufnahme auf eine Punktzahl und notieren Sie die Begründung in einer Zeile. Diese Aufnahmen werden zu Ankerbeispielen: Aufnahmen mit vereinbarten Punkten, an denen Sie sich beim Bewerten orientieren.
  5. Bewerten Sie Grenzfälle und Prüfungen mit hohem Gewicht doppelt und kalibrieren Sie in jedem Halbjahr oder Semester neu.

Das ist die Schulung der Bewertenden und die Arbeit mit Beispielen, die Jonsson und Svingby mit zuverlässigerer Bewertung in Verbindung bringen. Als externe Referenz dokumentiert Cambridge ESOL in Examples of speaking performance at CEFR levels A2 to C2 (2009) aufgezeichnete Prüfungen, die am GER bewertet wurden; laut den Nutzungsbedingungen dürfen sie in nichtkommerziellen Kontexten für die Schulung von Prüfenden und Lehrkräften verwendet werden. Ihre eigenen abgestimmten Aufnahmen sind oft nützlicher, weil sie Ihre Aufgaben und Ihre Lernenden zeigen.

Wie geben Sie Feedback zum Sprechen, mit dem Lernende arbeiten können?

Feedback zum Sprechen, mit dem Lernende arbeiten können, benennt eine konkrete Stärke und einen konkreten nächsten Schritt in den Worten des Rasters und gibt bald die Gelegenheit, es noch einmal zu versuchen. Hattie und Timperleys Übersichtsarbeit zur Feedbackforschung (2007) ordnet gutes Feedback nach drei Fragen: Wohin will ich? Wo stehe ich? Was ist der nächste Schritt?

  • Das Raster vor der Aufgabe teilen. Der Begleitband empfiehlt, Bewertungsraster mit den Lernenden zu teilen (S. 43).
  • Das Profil zurückgeben, nicht nur die Summe. Ein Profil 3-2-3-2-4 zeigt, wo der nächste Punkt herkommen kann.
  • Einen nächsten Schritt wählen. Nehmen Sie das Kriterium, das der nächsten Stufe am nächsten ist – das ist nicht immer das schwächste.
  • Die Aufgabe wiederholen. Eine Wiederholung oder eine Parallelaufgabe innerhalb einer Woche lässt Lernende das Feedback nutzen, solange es frisch ist.
Vages FeedbackFeedback, mit dem Lernende arbeiten können
Arbeite an deiner Flüssigkeit.Du hast mitten im Satz nach Wörtern zum Thema gesucht. Notiere vor der Wiederholung fünf Schlüsselwörter und sprich deine ersten zwei Sätze dreimal laut.
Benutze mehr Verbindungswörter.Deine Punkte kamen wie eine Aufzählung. Stelle beim nächsten Mal zwei davon mit „however⁠“ oder „on the other hand⁠“ gegenüber.

Selbstcheck für Lernende zum Ausdrucken

Ein Selbstcheck ist eine Kurzfassung des Rasters in Form von Aussagen, die Lernende abhaken, nachdem sie ihre eigene Aufnahme angehört haben. Lassen Sie ihn ausfüllen, bevor die Lernenden Ihre Punkte sehen, und vergleichen Sie dann: Die Unterschiede zwischen ihrer und Ihrer Sicht ergeben ein gutes Feedbackgespräch.

Mein Selbstcheck zum SprechenJaNoch nicht
Ich habe alle Teile der Aufgabe beantwortet.
Ich habe für meinen Hauptpunkt einen Grund oder ein Beispiel genannt.
Ich habe ohne lange Pausen weitergesprochen.
Ich habe Verbindungswörter wie because, so und however benutzt.
Ich habe mindestens drei Wörter oder Wendungen aus dieser Unit benutzt.
Ich habe mindestens einen eigenen Fehler bemerkt und verbessert.
Jemand aus meiner Klasse konnte mich verstehen, ohne nachzufragen.
Partneraufgaben: Ich habe meinem Gegenüber eine Frage gestellt und auf seine Ideen reagiert.
Beim nächsten Mal werde ich:

Für junge Lernende oder A1-Klassen kürzen Sie die Liste auf drei Aussagen und lesen sie laut vor.

Wo passen KI-Sprechübungen und automatisches Feedback hinein?

KI-Sprechübungen und automatisches Feedback eignen sich gut zum Üben und für formatives Feedback zwischen den Stunden: Lernende sprechen häufiger und bekommen sofort Rückmeldungen zu den Kriterien Ihres Rasters, während die Lehrkraft die Ergebnisse danach prüft und bei den Noten das letzte Wort behält. Betrachten Sie automatische Bewertungen als erste Einschätzung, nicht als Urteil.

Kriterium im RasterWas automatisches Feedback recht gut kannWo Vorsicht geboten ist
AufgabenerfüllungPrüft, ob die Antwort die verlangten Punkte abdecktRelevanz und Angemessenheit braucht weiterhin eine Lehrkraft
Flüssigkeit und KohärenzMarkiert lange Pausen, Wiederholungen und fehlende VerbindungswörterManche Pausen sind Denkzeit
Spektrum und KorrektheitMarkiert Fehler im Transkript und schlägt Korrekturen vorEin Erkennungsfehler kann wie ein Fehler der lernenden Person aussehen
AusspracheBewertet Wörter und Sätze Laut für LautSchwächer bei Betonung und Intonation
InteraktionWenig: Ein KI-Gegenüber ersetzt keine MitlernendenInteraktion im Unterricht bewerten

Eine Metaanalyse von Ngo, Chen und Lai (2024) über 15 Studien fand, dass Ausspracheübungen mit automatischer Spracherkennung (ASR) insgesamt einen mittleren Effekt hatten (g = 0,69): groß bei einzelnen Lauten, klein bei Betonung und Intonation und stärker mit explizitem Feedback.

Auch die Genauigkeit der Spracherkennung ist nicht für alle Sprechenden gleich. In einer PNAS-Studie von Koenecke und Kollegen (2020) hatten fünf kommerzielle ASR-Systeme bei Interviews in den USA eine durchschnittliche Wortfehlerrate von 0,35 bei Schwarzen Sprechenden und 0,19 bei weißen. Die Systeme haben sich seitdem verändert, doch prüfen Sie das Transkript, bevor Sie ein markiertes Wort als Fehler der lernenden Person werten. Wie Litman, Strik und Lim (2018) argumentieren, hängt die Frage, ob Sprachtechnologie für die Bewertung taugt, davon ab, wie man die Sprechfertigkeit definiert.

Eine praktikable Routine: Stellen Sie Kriterien und Gewichtungen der Aufgabe passend zu Ihrem Raster ein; lassen Sie die Lernenden vor dem Abgabetermin üben und sofort Feedback erhalten; prüfen Sie dann die Ergebnisse, korrigieren Sie jede Punktzahl, die nicht stimmig wirkt, und wählen Sie ein oder zwei Themen für die ganze Klasse für die nächste Stunde aus. Interaktion und Noten mit hohem Gewicht bleiben bei den Lehrkräften.

In AvoLingo, einem Sprachlerndienst mit KI von AvoLabs, legen Lehrkräfte für Sprechhausaufgaben ihre eigenen Kriterien und Gewichtungen fest. „Konversation⁠“-Aufgaben starten mit Sprachgenauigkeit, Kommunikationseffektivität, Gesprächsfluss und Wortschatzgebrauch zu je 25 %; Lehrkräfte können diese Kriterien bearbeiten, neu gewichten oder durch die Zeilen dieses Rasters ersetzen. Lernende bekommen sofort Feedback; Lehrkräfte prüfen die Ergebnisse danach und können sie nach ihren eigenen Kriterien neu bewerten. Beim Üben von Wörtern und Sätzen kommen Aussprachebewertungen für Genauigkeit, Flüssigkeit und Vollständigkeit hinzu. Mehr dazu unter AvoLingo für Schulen oder in unserem Leitfaden zu mündlichen Hausaufgaben mit KI mit Ideen für Aufgaben.

Häufige Fragen

Welche Kriterien sollte ein Bewertungsraster für das Sprechen enthalten?

Die meisten Raster für das Sprechen in einer Fremdsprache nutzen vier oder fünf Kriterien: Aufgabenerfüllung, Flüssigkeit und Kohärenz, Spektrum, Korrektheit sowie Aussprache oder Verständlichkeit, bei Partnerarbeit zusätzlich Interaktion. Sie folgen den qualitativen Aspekten gesprochener Sprache im GER und überschneiden sich mit den vier Kriterien von IELTS Speaking.

Wie viele Stufen sollte ein Raster für das Sprechen haben?

Üblich sind vier bis sechs Stufen. Vier Stufen wie hier vermeiden eine bequeme Mitte und lassen sich schnell unterscheiden; ergänzen Sie eine 0 für den Fall, dass keine bewertbare Antwort vorliegt. Mehr Stufen helfen nur, wenn Lehrkräfte benachbarte Stufen zuverlässig auseinanderhalten können – das zeigt die Kalibrierung.

Kann ich mit diesem Raster ein GER-Niveau vergeben?

Nein. Die ≈GER-Angaben beschreiben eine Leistung bei einer Aufgabe. Eine Aussage über das GER-Niveau einer Person braucht mehrere Aufgaben, standardisierte Bedingungen und geschulte Bewertende oder eine externe Prüfung. Nutzen Sie die Angaben zur Unterrichtsplanung, nicht als Zertifikat.

Kann KI das Sprechen zuverlässig bewerten?

Teilweise. KI liefert brauchbare vorläufige Bewertungen, vor allem bei einzelnen Lauten und bei der Grammatik im Transkript. Schwächer ist sie bei Interaktion, Angemessenheit und Intonation, und die Spracherkennung ist bei manchen Sprechenden ungenauer. Nutzen Sie sie zum Üben und für formatives Feedback; die Lehrkraft prüft die Ergebnisse und entscheidet über die Noten.

Wie passe ich das Raster für Fachenglisch (ESP) oder Kurse im Beruf an?

Behalten Sie die fünf Kriterien und formulieren Sie die Aufgabenerfüllung für das Fachgebiet neu, etwa „folgt den Schritten eines Hotel-Check-ins⁠“ oder „verwendet die richtigen Fachbegriffe⁠“. Siehe auch unsere Leitfäden zur Planung von Fachenglisch-Kursen und zum Sprachtraining für Unternehmen.

Quellen

Geschrieben vom AvoLingo-Team. Bei Recherche und Entwurf dieses Artikels haben wir KI eingesetzt; die Quellen sind im Text verlinkt.

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